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25.06.2010 - Philharmonische Seelenreise

Duisburg (RP) Höhepunkt im jüngsten Philharmonischen Konzert in der Mercatorhalle war die teils monumentale, teils mystische "Sea Symphony" von Ralph Vaughan Williams mit dem philharmonischen chor duisburg.

In den letzten beiden Spielzeiten traten in den Duisburger Philharmonischen Konzerten je vier "Große Geiger" und "Große Geigerinnen" auf. Besonders erfreulich daran war, dass unter anderem einige bislang kaum bekannte Nachwuchskräfte dadurch in ein großes Rampenlicht kommen konnten. So jetzt auch im jüngsten, elften Philharmonischen Konzert die 1979 geborene, niederländische Geigerin Frederieke Saeijs.

Sie hatte sich ein Stück ausgesucht, das ihr offenbar liegt, die "Schottische Fantasie", pardon: "Fantasie für Violine mit Orchester und Harfe unter freier Benutzung schottischer Volksmelodien" Es-Dur op. 46 von Max Bruch. Der Komponist hat hier die Harfe geschickt als Bindeglied zwischen Solo und Tutti eingesetzt, konsequenter Weise war das Instrument mit den vielen Saiten in der Philharmonie Mercatorhalle diesmal ganz vorne hinter dem Dirigentenpult aufgestellt, als unauffälliges, aber geerdetes Energiezentrum. Klar, dass Frederieke Saeijs ihren Blumenstrauß hernach an die philharmonische Soloharfenistin Verena Plettner weitergab.

Das eigentliche Ereignis des Abends war freilich die vor 100 Jahren uraufgeführte, gut einstündige, teils monumentale und teils mystische Sinfonie Nr. 1 für Sopran- und Baritonsolo, gemischten Chor, Orgel und Orchester "A Sea Symphony" von Ralph Vaughan Williams. Eine gute Wahl, nicht nur weil Vaughan Williams bei Bruch (und bei Maurice Ravel, der drei Jahre jünger war als er selbst) studierte. Sondern auch, weil darin nach Gedichten von Walt Whitman (vor allem aus der bekannten Sammlung "Leaves of Grass") die Seefahrt höchst eindrucksvoll als Metapher für die Seelenreise des Menschen, letztlich ins Unbekannte steht.

Ohne Mätzchen und sehr sprechend agierten die beiden Solisten Romana Noack und Tassis Christoyannis, bekannt von der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg. Der philharmonische chor duisburg meisterte die anspruchsvolle Partitur bewundernswert. Einstudiert von Marcus Strümpe, der an der bekanntlich im englischen Stil errichteten neuen Orgel der Mercatorhalle eine weitere wichtige Klangfarbe beitrug. Und die Duisburger Philharmoniker, die bei Bruch noch etwas diffus gewirkt hatten, steigerten sich hier zu unglaublich differenzierter Klanglichkeit.

Danach brachte uns GMD Jonathan Darlington wieder auf den harten Boden der Realität zurück, indem er das Ergebnis des wichtigen Fußballspiels verkündete. Und nach dem im Nichts verebbenden Ende der Sinfonie erwartete uns draußen das Hupkonzert.

Saisonabschluss

Im letzten, zwölften Philharmonischen Konzert der Saison am 14. und 15. Juli in der Mercatorhalle dirigiert Eugene Tzigane, der junge designierte Chefdirigent der Nordwestdeutschen Philharmonie Herford, die Meeres-Tondichtung "Die Okeaniden" op. 73 von Jean Sibelius sowie die beiden "großen" Sinfonien Nr. 40 g-Moll KV 550 von Wolfgang Amadeus Mozart und Nr. 5 B-Dur op. 100 von Sergej Prokofjew. Karten unter Tel. 0203 / 3009-100.

 

 


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